Das „Araber Journal“ schrieb in der Ausgabe 03/2005

Erste Hengst-Gala in Alsfeld

Ende Januar ist natürlich wegen der unberechenbaren Witterungsverhältnisse ein gewagter, wenn auch guter Termin für eine Hengstpräsentation. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, denn bei Schneegestöber und Glatteis blieben von den 36 gemeldeten Hengsten verständlicherweise einiger daheim.

Dabei ist Alsfeld mit seiner zentralen Lage direkt an der Autobahn optimal gelegen, und so kamen auch zahlreiche Zuschauer zu der erstmals vom Zuchtbezirk Hessen/Thüringen durchgeführten Hengstschau. Über 450 Araberfans füllten die Halle und konnten 23 Hengste in verschiedenen Disziplinen begutachten. Man muß sagen: klein, aber fein, denn die Qualität der gezeigten Hengste war wirklich herausragend. Eindeutig im Vordergrund standen die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft des arabischen Pferdes. Präsentiert wurden nur Hengste, die im VZAP oder ZSAA gekört wurden bzw. eine Schleife erhielten. Insgesamt wurden 11 Vollblutaraber, 9 Shagyas, 2 Partbreds und ein Anglo-Araber vorstellt.

Den Anfang machten zwei Shagya-Hengste mit Freispringen. Olymp (v. Kosmonaut) und der aus Frankreich angereiste Carol (v. Osiris) überwanden beachtliche Höhen. Nach dem Abbau des Parcours ging es mit der Dressur weiter. Rein subjektiv stachen folgende Hengste heraus. Emiratus B (El Thay Mameluk/223 Ibn Galal I) ging unter Birte Henning mit einer tollen Aufrichtung und locker, ein bestechender Hengst. Besonders beeindruckte auch Kamerton (Mat/Kaluga v. Aswan). Der vierjährige Hengst war erst seit zwei Monaten unter dem Sattel, und sein Bereiter Peter Baumann stellt ihn mit leichter Zügelführung gekonnt vor. Begeistern konnte auch Saramour (v. Kamour), die einzige Vorstellung unter dem Damensattel. Was für ein Team: Monika Seufert elegant gekleidet auf einem der typvollsten Shagya-Araber in Deutschland – da wurde sogar ein Trakehnerzüchter neben mir schwach…

Toppen konnte es nur Puschkin, der wie immer sein Bewegungstalent unter Beweis stellte. Der ganggewaltige Hengst sprang locker fliegende Wechsel, und bei der Trabverstärkung blieb einem die Spucke weg.

Nach den Dressurvorstellungen wurde ein Spring-Parcours aufgebaut. Hier machte der Puschkin-Sohn Peron seinem Vater alle Ehre. Da bekommt der Satz „Fliegen ohne Flügel“ gleich eine andere Bedeutung.

Beachtliche Höhen von S-Niveau überwanden auch der Partbred-Hengst Kandis (v. Kosmonaut) sowie der einzige Anglo-Araber Marek. Da staunten anwesende Warmblutzüchter, als die Hengste souverän Sprünge von ca. 1,55m locker übersprangen.

Anschließend ging es mit Dressur weiter, und das absolute Highlight bildete zum Abschluß der Partbred-Hengst Saalekönig. Arabisches Flair gepaart mit Durchlässigkeit und Rittigkeit – eine spektakuläre Werbung für das arabische Pferd.

Es ist zu hoffen, dass diese Veranstaltung ein fester Bestandteil im Terminkalender wird, denn nur so kann man deutlich machen, dass ein arabisches Pferd viel mehr sein kann als ein geschminktes Schauobjekt.